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Adolari Klettersteig

Ort: Kapelle St. Adolari | Klassifikation: Sportklettersteig | Zielgruppe: Anfänger | Ausgangspunkt: Parkplatz Kapelle St. Adolari neben der Straße Waidring – St. Ulrich am Pillersee | Höhenunterschied: 110 HM | Schwierigkeit: B/C

Hier findest du die Topo zum Download von bergsteigen.com: Topo Adolari Klettersteig

Charakter

Der Adolari Klettersteig ist gut für Anfänger geeignet, ein wenig Mut ist jedoch nötig. Zum Abschluss erwartet dich ein toller Flying Fox, bei dem es 30 m über den Abgrund geht (der Flying Fox kann auch umgangen werden). Der Klettersteig ist ideal mit der Zahmen Gams kombinierbar.

Zur ausführlichen Beschreibung

 

Adolari Klettersteig Beschreibung

Zustieg Adolari Klettersteig

Vom Parkplatz an der Kapelle folgt man dem Weg bergauf. Dort weist ein verrostetes Schild „Klettersteig“ den weiteren Weg. Man geht links auf dem Wanderweg ein Stückchen entlang, bevor ziemlich unscheinbar rechts ein kleiner Pfad abzweigt. Wenn dann ein paar Holzstufen folgen, ist man auf dem richtigen Weg zum Adolari Klettersteig. Der Pfad führt an Felsen, an denen geklettert werden kann, vorbei. Meist sind dort auch ein paar Kletterer zu finden. Nach ca. 300 m steht man an einer Holzterasse mit Holzbank, wo man sich am Einstieg vom Adolari Klettersteig wunderbar anseilen kann.

Einstieg

In der Saison steht dort am Einstieg vom Adolari Klettersteig eine Holzleiter. Bei meinen Begehungen war diese Leiter jedoch zweimal nicht da. Ist aber kein Problem. Man steigt erst ungesichert etwa 3 Meter unschwierig am Felsen hoch und hängt sich dann links ins Stahlseil ein. Dananch geht es relativ moderat auf Trittbügeln hinauf (B). Ein kurze Querung (A/B) folgt, dann steht man schon am ersten Pfeiler vom Adolari Klettersteig.

Der erste Pfeiler

Am ersten Pfeiler des Adolari Klettersteig geht es ziemlich steil zur Sache (B/C). Dabei wird es jedoch nie unangenehm, da man immer einen festen Stand auf Trittbügeln hat. Hat man diesen geschafft, folgt eine leichte Querung (A) die jedoch etwas erdig ist. Tipp: Füße etwas vor dem schwierigen zweiten Pfeiler abputzen, damit man im weiteren Verlauf nicht von den Bügeln abrutscht. Vor allem der Seitenwechsel ist hier kritisch. Doch der Reihe nach.

Der zweite Pfeiler mit trickreichem ausgesetzten Seitenwechsel und Grat zur Seilbrücke

Der zweite Pfeiler (B/C) vom Adolari Klettersteig wartet mit einer Überraschung auf. Hat man den ersten Aufschwung geschafft und blickt über die Kante, sieht man schon was einen erwartet. Der Seilverlauf wechselt plötzlich von rechts nach links. Und das an der steilsten Stelle! Tipp: Rechten Fuß auf den ganz rechten Bügel, dann mit Schwung den linken Fuß auf den ganz linken Bügel. Dabei mit der linken Hand am Bügel darüber festhalten. Dem Pfeiler folgt ein kurzer Absatz bevor es über einen Felsspalt geht und das Seil einen Haken nach links schlägt.

Jetzt wirds nochmal krass (B/C)! Ziel ist erstmal mit beiden Füßen auf dem Bügel über dem Felsspalt zu stehen. Jaaa, der ist ausgesetzt. Tipp: Hierbei muss man sich weit rüberlehnen, etwas in die Knie gehen und mit einem Schwung den linken Fuß auf den Trittbügel schwingen. Dann den zweiten Fuß nachsetzen.

Der nun folgende Schritt über den kleinen Überhang auf den nächsten Bügel erfordert etwas Mut (B/C) und kann daher für einige schwieriger als der vorige sein. Tipp: Ordentlich mit der Hand am Seil festhalten, dann den rechten Fuß auf den Bohrhaken und den linken auf den Bügel setzen. Mit diesen super Handschuhen (Geheimtipp) braucht man auch keine Angst haben, vom Seil abzurutschen. Es folgt dann ein weiterer kleiner Aufschwung (B/C). Nach diesem Aufschwung kann man einen kurzen Blick auf den Flying Fox des Adolari Klettersteig erhaschen. Dann folgt ein schmaler Grat (B) bis zur Seilbrücke. Hier bleibt man am besten links.

Die extrem wackelige, berühmt berüchtigte Seilbrücke (B) vom Adolari Klettersteig

Der Adolari Klettersteig ist vor allem berühmt durch seine wackelige Seilbrücke. Diese Seilbrücke ist der Hammer und sucht ihresgleichen! Doch wie kommt man überhaupt auf diese Dreiseilbrücke? Ein Weg führt unten vorbei am Grat. Dann muss man sich irgendwie von unten mit langen Beinen auf das Tragseil schwingen. Der andere Weg führt oberhalb am Grat vorbei. Jetzt folgt aber ein unangenehm steiler Abstieg auf das mittlere Tragseil der Seilbrücke.

Beide Wege haben es in sich, welches der bessere ist, kann man nicht sagen. Ich habe beide am Adolari Klettersteig probiert – und fand beide sch… Aber einen anderen Weg gibt’s halt nicht und so muss man sich für einen entscheiden. Wichtig bei beiden Wegen ist, sich möglichst früh mit seinen Karabinern in die oberen beiden Sicherungsseile der Seilbrücke einzuklinken, vorzugsweise in jedes Seil je einen Karabiner.

Steht man nun sicher auf dem Tragseil, kann man es angehen. Die ersten Meter gehen noch, aber sobald man sich der Mitte der Brücke nähert, wird die Brücke immer „weicher“ und die Knie auch! Zu allem Überfluss muss man hier auch noch zweimal seine Karabiner umklinken, da zwei Zwischensicherungen zum Tragseil das Weiterrutschen der Karabiner verhindern.

Tipp: Mit der einen Hand ein Seil umfassen (links oder rechts) und sich mit dem Unterarm auf selbiges lehnen. Dabei mit den Füßen den Gegendruck aufs Tragseil ausüben. Körperspannung halten! Dann mit der anderen Hand die beiden Karabiner umklinken. So ist es einigermaßen „erträglich“.

Auf keinen Fall sollte man versuchen, die Karabiner während des Weiterschiebens mit der jeweiligen Hand greifen, Handballensicherung drücken und Schnapper mit zittrigen Händen aufdrücken und umklinken. Die Gefahr ist viel zu groß, dass einem der Karabiner aus der Hand rutscht und dann wars das erstmal mit der zusätzlichen Sicherung. Das wäre mir am Adolari Klettersteig fast mal passiert.

Ein weiterer Aufschwung und das ominöse ausgesetzte, abdrängende Holzbrett

Nach dem Thrill mit der Seilbrücke ist man so adrenalingeladen, dass man den anschließenden Aufschwung (B) vom Adolari Klettersteig förmlich „herauffliegt“. Es folgt ein Quergang (A) und dann kommt das geheimnisvolle Holzbrett vom Adolari Klettersteig, das ausgesetzt links am Felsen angebracht ist. Tipp: Bandschlinge benutzen und zusätzlich einhängen! Die Passage ist ordentlich abdrängend und ohne Bandschlinge braucht man viel Armkraft. Gute Poserposition ist auf dem Zwischenbohrhaken mittig überm Holzbrett.

Dritter Pfeiler und Schlussanstieg über die Holzleiter bis zur Plattform des Flying Fox

Hat man sich am Flying Fox sattgesehen, wird’s wieder steil. Der dritte Pfeiler! Über Trittbügel geht’s hier fast wie auf einer Wendeltreppe steil nach oben (B/C). Dann folgt eine kurze Passage über eine originelle Holzleiter (B) und ein weiterer moderater Aufstieg (B) bis zur Plattform des Flying Fox.

Das Highlight vom Adolari Klettersteig  – Der 30 m lange Flying Fox

Dieser spektakuläre „Flug“ über 30 m von der Holzplattform zum gegenüberliegenden Hügel kann mittels Selbstbedienung unternommen werden. Nachfolgend erkläre ich die einzelnen Schritte, was zu tun ist.

  1. Laufschlitten einholen. Dabei drauf achten, dass das Seil sich in Ringen auf die Plattform legt.
  2. Laufschlitten mit der einen Hand festhalten und mit der anderen Hand die Klettersteigkarabiner unmittelbar hinter den Laufschlitten einhängen.
  3. Bandschlinge mit Rastkarabiner in den Karabiner, von dem die Kette herunterhängt, einklinken. Dabei auf festen Stand achten, dass es nicht schon verfrüht „losgeht“.
  4. Den Kletterpartner bitten, das Seil hinunterzuwerfen. Dabei darauf achten, dass das Seil frei zu einer U-Form geschwungen durchhängt. Aufpassen, dass keine Schlaufe an den Stegen der Holzplattform gebildet wird.
  5. Sich startbereit machen und das Seil hinter sich legen so dass es hinter den Schultern hängt. Das Seil sollte möglichst nicht vor der Brust laufen.
  6. Starten, dabei in die Knie gehen, sich an der Kette mit beiden Händen festhalten und sich einfach von der Plattform fallen lassen. Dieser Schritt kostet einiges an Überwindung.
  7. Den Flug genießen. Yeee-HAW!
  8. Landung: Füße ausstrecken und die Landung weich abfedern. Jetzt zuerst die Bandschlinge aushängen, dann das Klettersteigset. Eine Rückflug zum Ausgangspunkt ist nicht möglich!

Anmerkung: Nicht die Karabiner des Klettersteigsets in das Seil der zweiten Sicherheitsrolle einhängen, denn es kann sein, dass einen die Karabiner auf halber Strecke zu stark bremsen, weil das Klettersteigset gespannt ist.

So, genug der vielen Worte, nachfolgend mein Flug mit dem Flying Fox aus der Subjektive 🙂

Tipp: Den Flying Fox des Adolari Klettersteig kann man auch mehrmals „machen“. Dazu einfach den kleinen Pfad (Seil) nach unten gehen, dann ein Stück heraufsteigen und über einen Baumstamm zur Holzplattform zurückkehren. Dann beginnt das Spielchen wieder von vorne. Achtung, je öfter man den Flying Fox macht, desto weiter sinkt die Konzentration und man läuft Gefahr, dass man einen wichtigen Schritt vergisst. Also – volle Konzentration!

Abstieg

Hat man den Flying Fox „gemacht“, geht es scharf nach rechts mit Blick auf die Startplattform am Seil nach unten, danach folgt man dem Pfad in spitzen Kehren nach unten bis zum Pfad, den man heraufgekommen ist. Nach links befindet sich jetzt wieder die Holzplattform des Einstiegs vom Adolari Klettersteig. Jetzt wieder an den Kletterfelsen vorbei zurück zur Kapelle und zum Parkplatz.


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