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Huterlaner Klettersteig

Ort: Mayrhofen im Zillertal, Tirol | Klassifikation: Sportklettersteig | Zielgruppe: Anfänger | Ausgangspunkt: Parkplatz Gasthof Zillertal | Höhenunterschied: 160 HM | Schwierigkeit: C/D ganz kurz laut Topo (subjektiv eher C)

Hier findest du die Topo zum Download von bergsteigen.com: Topo Huterlaner Klettersteig

Charakter

Der Huterlaner Klettersteig ist ein sehr lohnender Anfängerklettersteig. Er ist aber nicht als erster Klettersteig überhaupt geeignet, da schon ein wenig Mut bei einigen Passagen dazugehört. Hier sollte man dann auch einigermaßen schwindelfrei sein. Kurze Gehstrecken (teilweise erdig) wechseln sich mit steilen Aufschwüngen ab. Neben anderen durchaus interessanten Steigabschnitten ist die Seilbrücke vom Huterlaner Klettersteig der Höhepunkt mit tollem Blick aufs Zillertal.

Zur ausführlichen Beschreibung

 

Huterlaner Klettersteig Beschreibung

Zustieg Huterlaner Klettersteig

Der Einstieg des Huterlaner Klettersteig befindet sich wenige Meter oberhalb des Gasthofs Zillertal. Nach der Brücke gibt es links ein paar Parkplätze. Wenn diese belegt sind, fährt man rechts des Gasthof Zillertal vorbei auf einen Klettersteigparkplatz. Direkt am Gasthof Zillertal sind dann die Infotafeln der drei Klettersteige zu finden.

Inzwischen wurde auch noch ein vierter Klettersteig für Kinder erbaut. 5 Minuten geschildert bergauf, dann steht man auch schon am Einstieg vom Huterlaner Klettersteig. Der Kinderklettersteig teilt sich die ersten paar Meter mit dem Huterlaner Klettersteig und ist an den blauen Trittgabeln zu erkennen.

Einstieg und erste Rampe

Unschwierig geht es eine Rampe (B) mit moderater Steigung hoch. Nicht die blauen Tritte des Kinderklettersteigs verwenden, der Huterlaner Klettersteig könnte sonst zu leicht sein 😉 Geübte können die Rampe ohne Benutzung irgendeiner Tritthilfe versuchen. Schwierigkeit steigert sich dann auf etwa B/C.

Quer durch den Wald auf dem Gehgelände mit Seil und Quergang

Ist die Einstiegsrampe vom Huterlaner Klettersteig geschafft, geht es gemütlich durch den Wald (A). Der anschließende Quergang (B) im Schrofengelände an ein paar Felsen ist auch easy. Tipp: Ruhig auf den Waldboden hinabsteigen wo es geht, die Arme des Klettersteigsets sind lang genug. So kann man ein bisschen Kraft einsparen. Am Ende des kleinen Quergangs geht es plötzlich unverhofft auf Trittstufen steil hinunter.

Querung und Langer Aufschwung auf Trittbügeln

Die anschließende Querung im Schrofengelände des Huterlaner Klettersteig ist easy (B-B/C), kann aber stellenweise etwas erdig sein, vor allem nach längeren Regenfällen. Jetzt teilen sich die Wege. Der Kinderklettersteig geht geradeaus weiter, der Huterlaner Klettersteig schwingt sich jetzt dagegen 20 m steil nach oben. Ab geht’s, die „Leiter“ aus Trittbügeln ist anfangs nicht schwer, wird es mit zunehmender Höhe dann aber doch.

Während man im Zickzack immer höher klettert sollte man dann auch einigermaßen schwindelfrei sein. Zu dem klettertechnischen Schwierigkeiten (C) gesellt sich dann auch immer mehr der psychische Druck durch die Höhe, der einem zu schaffen machen kann. In der Felsnische kann man nochmal tief durchatmen, denn die folgende ausgesetzte Querung (C) mit luftigem Aufschwung (in der Topo als „Ecke“ bezeichnet) ist für mich persönlich so etwas wie eine kleine Schlüsselstelle des Steigs.

Es wird spannend – Schlüsselstelle mit gähnendem Tiefblick und anschließendem Aufschwung

Jetzt wird es ziemlich luftig. Der anschließende Aufschwung (C) am Huterlaner Klettersteig auf einen Felsvorsprung mit Wurzel hat es in sich. Tipp: Hier muss man sich einfach nur „trauen“. Blockaden können hier durchaus auftreten. Ich wurde nach zwei Jahren Klettersteigroutine mal von einer (psychischen) Blockade getroffen. Es war zwei Tage vor unserem langersehnten Urlaub in der Karibik. An jener ausgesetzten Ecke konnte ich plötzlich nicht mehr weiter. Ich malte mir alles mögliche aus, was passieren könnte, wenn ich abrutsche. Dann wär der Urlaub gelaufen und solche Dinge.

Damit will ich nur mal sensibilisieren, dass einen eine solche Blockade jederzeit erwischen kann. Nur gutes Zureden von meiner Frau half damals am Huterlaner Klettersteig, dass ich wieder Mut fasste, weiterzugehen. Das zeigt wieder einmal mehr, welche wichtige Rolle der Kletterpartner oder –partnerin bei solch einem Unternehmen spielt.

Als ich diesen Klettersteig das nächste Mal ging, konnte ich nur über mein damaliges Verhalten lachen. Also – konzentriert und gefasst einen Fuß auf den zu einer Öse geschwungenen Eisenbügel und mit dem anderen Fuß rauf auf den Absatz, dabei sich mit den Armen an der Wurzel festhalten und mit einem großen Schritt dann hinter die Wurzel steigen, dann ist man safe und kann nicht mehr abrutschen. Geübtes, sicheres Karabinerhandling versteht sich hier von selbst und bedarf keiner weiteren Erwähnung.

Steile Reibungpassage über weitere Wurzeln bis zum Übungsplatz

Nach diesem Nervenkitzel geht es genauso steil und zackig aber dafür nicht ausgesetzt weiter. Die Passage neben einer Wurzel und über eine Wurzel (B/C) ist schwerer als es auf den Bildern aussieht, da man hier auf Reibung gehen muss. Tipp: Ruhig auch mal die Seite wechseln, je nachdem wo man sich leichter tut.

Übungsplatz und „steile Ecke“ – Die offizielle Schlüsselstelle vom Huterlaner Klettersteig

Warum das ganze Übungsplatz heißt, ist mir ein Rätsel. Was soll denn bitte hier geübt werden? Die Technik? Eher nicht. Wohl eher die Geduld, weil manche scheinbar mehrere Anläufe benötigen? ;-). Ich finde die folgende „steile Ecke“, die als vermeintliche Schlüsselstelle (C/D) vom Huterlaner Klettersteig ausgepriesen wird, eigentlich ganz easy. Würde die Stelle als max. C einstufen. Man hängt ein einziges Mal bissel blöd drin (Armkraft nötig) aber das wars schon. Okaaaay, unter einem ist mal eben 15 m Luft unter den Sohlen, aber was solls. Schwindelfrei sind wir doch, oder nicht? Aber nun der Reihe nach.

Der Übungsplatz vom Huterlaner Klettersteig kann sehr gut als Rastplatz „missbraucht“ werden, denn hier ist ein kleines Bankerl zum Ausruhen. Ist man dann gestärkt, geht es erst einige Meter leicht bergab am Felsen entlang und dann in eine kleine Felsnische. Tipp: Sich in der Felsnische klein machen, Spreizschritt machen, Karabiner in den waagrechten Teil umhängen, dabei sich mit einer Hand am langen Arm reinhängen, das wars. Danach steht man wieder sicher auf großen Trittbügeln und der anschließende Quergang ist ein Kinderspiel. Die kleinen Eisenbügel in Hüfthöhe sind übrigens als Handgriff gedacht 😉

Super macht sich hier auch ein lässiges Poserfoto mit eingehängter Bandschlinge, deren Karabiner eben genau in diesem kleinen Handbügel eingeklinkt ist. Yeah! Der Kletterpartner muss dann nur noch den Moment festhalten und auf den Auslöser drücken.

Genug geposed. Der anschließende Mini Aufschwung auf den nächsten Absatz ist ein bisschen tricky, da die Trittbügel hier weit auseinander sind. Mit einem großen Schritt klappts aber ganz gut.

Gehgelände durch den Wald und Aluleitern

Dann folgt flaches Gehgelände ohne Seil. Etwa 3 Minuten schlendert man so dahin, bis man zu den markanten beiden Aluleitern (A) gelangt, die links des Felsens liegen. Tipp: hier früh genug auf die Leiter steigen, je länger man am Seil bleibt desto schwieriger wird es, auf die Leiter zu kommen. Auf den Kopf aufpassen. Wenn man allzu stürmisch die Leitern des Huterlaner Klettersteig heraufsteigt, kann man sich leicht den Kopf am Felsen anhauen. Die beiden schrägen Leitern läuten einen weiteren Abschnitt vom Huterlaner Klettersteig ein, die steile 50 m hohe Efeuwand.

Die steile Efeuwand mit zwei Seilwechseln und ausgesetzte Querung bis zur Seilbrücke

Der lange steile Aufstieg über die Efeuwand ist nie wirklich schwer, jedoch fast immer senkrecht. Der Einstieg ist jedoch gar nicht mal so leicht, da man ziemlich hoch antreten muss um auf den ersten Bügel zu kommen. Dann geht’s ein paar Meter auf Eisenbügeln steil bergauf (C), bevor sich der erste Seilwechsel ankündigt. Das Seil wechselt von rechts nach links. Es geht immer höher rauf um eine Kurve.

Nach dieser Kurve folgt der zweite Seilwechsel. Das Seil springt wieder nach rechts. Jetzt wird es schwieriger als im unteren Steil und das Gelände wird enger. Tipp: Stemmtechnik benutzen! → Klettersteig Technik. Man ist eingerahmt von Felsen und die Felsen laden geradezu zum Hochstemmen ein. Natürlich können die Bügel auch zum Stemmen benutzt werden 😉 Alles ist erlaubt. Ein paar Mal geht es noch ziemlich ausgesetzt um Felsnasen herum, danach klettert man dicht unter einem mächtigen Felsdach. Am schwierigsten ist eigentlich die steile Reibungspassage bis zum Baum. Danach folgt Gehgelände bis zur Seilbrücke des Huterlaner Klettersteig.

Seilbrücke (Notausstieg) und Aufschwung bis zur Wasserwand

Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch der Notausstieg erwähnt. Man kann bequem vor der Seilbrücke zum Aussichtsbankerl des Wanderwegs (Huterlanersteigs 2C) ausqueren, obwohl ich noch nie jemand gesehen habe, der das gemacht hätte. Nach der Efeuwand des Huterlaner Klettersteig hat man doch Lust auf mehr bekommen.

Und genau das kommt jetzt, die kurze Dreiseilbrücke, die immer schön straff gespannt ist und damit nie wackelig erscheint. Ganz im Gegensatz zur extrem wackeligen Seilbrücke des Adolari Klettersteig. Wer die Efeuwand geschafft hat, der schafft auch spielend die Seilbrücke. Also was haben wir in der Lektion Klettersteig Sicherungstechnik gelernt? Karabiner links und rechts in die Sicherungsseile einklinken und los geht’s.

Die Seilbrücke führt ca 10 m über Gebüsch, danach folgt ein kurzer Aufschwung am Felsen. Tipp: Am Aufschwung super Fotografierposition, wo man den kletternden Partner auf der Seilbrücke vom Huterlaner Klettersteig vor der schönen Kulisse des Zillertals ablichten kann! Unschwer geht es über ein Wasserrohr, das unter dem Seil eingeklemmt ist (hier kurz das Seil am Rohr anheben um den Karabiner weiterzuschubsen) weiter zum Einstieg der luftigen Wasserwand.

Wasserwand

Die Wasserwand vom Huterlaner Klettersteig beginnt in einer Felsnische in der man hochsteigt und dann nach links in die Wasserwand einquert. Der erste Schritt auf den ersten Bügel ist nicht leicht, da ziemlich hoch angetreten werden muss. Dann geht es gemütlich (B) ca. 2 m nach oben bevor man dann in der Wasserwand auf größere Trittbügel steigt und die Wand dann auf diesen 30 m über dem Abgrund quert (B/C). Tiefblicke nach unten garantiert!

Wer sich traut, kann hier seine Bandschlinge an den kleinen Eisengriffen einhängen und vor der mächtigen Wasserwand posen. Tipp für den Fotografen (der idealerweise auf der Gehpassage kurz vor der Felsnische stehen sollte): Hochkantfoto der gesamten Wand mit dem Kletterpartner ganz oben auf den dann „unsichtbaren“ Trittbügeln 🙂 Der Ausstieg von der Wasserwand aufs Zwischenplateau ist eigentlich das schwierigste, da man hier seine Klettersteigkarabiner frühzeitig oben hinter den nächsten Felsanker hängen sollte, um das Risiko bei einem Sturz zu begrenzen.

Waldiger Schlussteil des Huterlaner Klettersteig

Nach dem Wandbuch folgt kurz Gehgelände dann nochmal zwei schattige Aufschwünge (B) und kurz darauf der Ausstieg. Hier steht auch groß das Schild „Stopp! Kein Abstieg“, welches aber leider immer wieder mal missachtet wird. Bitte hier mit gutem Beispiel vorangehen und nicht über den Huterlaner Klettersteig zurück absteigen.

Abstieg vom Huterlaner Klettersteig

Am Ausstieg des Huterlaner Klettersteig sollte man checken, ob der Gasthof Zimmereben geöffnet hat. Hier kann man sich dann stärken und erfrischen. Über einen Wanderweg (Huterlanersteig 2C) geht es am Wildgehege vorbei über ein paar steile Treppen (Vorsicht, sehr kurze Stufen) im Zickzack durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt am Gasthof Zillertal.

Videos Huterlaner Klettersteig

Hier noch ein kurzes fertig geschnittenes und vertontes Video, das ein sehr guter Kumpel von mir an meiner Erstbegehung vom Huterlaner Klettersteig 2009 gedreht hat. Hier hatten wir beide noch die inzwischen veralteten und auch zurückgerufenen Salewa G4 Klettersteigsets mit Seilbremse an. Sie wurden 2012 von Salewa nach Einsendung kostenlos durch zwei aktuelle Salewa Premium Attac Klettersteigsetszum Test mit aktuellem Bandfalldämpfer ersetzt. Auch mein Schuhwerk ist hier keinesfalls beispielhaft. Damals war ich noch auf dem „Billigtreter-Trip“.

Die Billigtreter von damals sind 2011 durch die spitzenmäßigen Hanwag Ferrata Combi GTX Klettersteigschuhezum Test ersetzt worden, die ich bis heute trage.


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Kommentare


Ralf Klettersteig 1. März 2017 um 10:11

Ein toller Klettersteig für Anfänger – noch besser ist aber der neue benachbarte familiengerechte Klettersteig, der Klettersteig und Hochseilgarten(Elemente) kombiniert!

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