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Klettersteig Schwierigkeitsgrad

Bevor man sich an eine Via Ferrata wagt, ist es wichtig und hilfreich zu wissen, in welchen Klettersteig Schwierigkeitgrad diese eingestuft ist.

Noch kein Standard für den Klettersteig Schwierigkeitsgrad

Für die Klettersteigbewertung gibt es noch keine allgemeingültige Skala. Am bekanntesten ist die „Hüsler-Skala“ nach Eugen Hüsler, der diese verbal, „wenig schwierig“ bis „extrem schwierig“ und mit Stufen K1 bis K6 bezeichnet hat. In Deutschland und Österreich hat sich jedoch die Buchstabenskala von Kurt Schall durchgesetzt.

Er hat die Hüsler-Skala mit einem detailliertem Anforderungsprofil ergänzt. Sie reicht von A (leicht) bis E (extrem schwierig). Nachfolgend findest du die Schwierigkeitsgrade von Klettersteigen angelehnt an Kurt Schall. Du kannst jeden einzelnen Grad aufklappen, indem du draufklickst. Es öffnen sich dann detaillierte Beschreibungen zu den einzelnen Bewertungen.

Klettersteig Schwierigkeitsgrade

Klettersteige oder Abschnitte mit Klettersteig Schwierigkeitsgrad A haben keine besonderen Anforderungen. Das Gelände ist meist flach, kann aber schon felsig oder von Felsen durchsetzt sein. Weitere Merkmale können Drahteile, Tritthilfen und Leitern sein, die vereinzelt auftreten können. Ausgesetzte Passagen sind ebenso möglich. Mit entsprechender Erfahrung kann man auf eine Nutzung der Sicherheitseinrichtungen noch verzichten. Eine Klettersteigausrüstung ist empfehlenswert, erfahrene Bergsteiger werden hier aber sicherlich noch darauf verzichten. Trittsicher und schwindelfrei sollte man jedoch sein.
Als Klettersteige mit diesem Klettersteig Schwierigkeitsgrad B werden einfache bis mäßig schwierige Klettersteigpassagen bezeichnet, die jedoch bereits kraftraubend sein können. Das Gelände ist steil mit ausgesetzten Abschnitten auf kleinen Trittstiften oder Eisenbügeln. Auch senkrechte längere Leitern sind möglich. Eine Klettersteigausrüstung wird empfohlen. Obwohl Geübte noch darauf verzichten können, muss bedacht werden, dass Schwierigkeiten bis zum 3. Schwierigkeitsgrad nach UIAA zu erwarten sind. Bessere Kondition mit adequater Beintechnik sowie Armkraft ist von Vorteil.
Steige mit Klettersteig Schwierigkeitsgrad C sind anstrengend und kräftezehrend. Das Gelände ist steil, oft sehr ausgesetzt und diese ausgesetzten Passagen werden häufiger und länger. Senkrechte bis leicht überhängende Leitern sind möglich. Eisenklammern und Trittstifte können mitunter sehr weit auseinander liegen oder bei kurzen Aufschwüngen auch ganz fehlen. Gute Kondition ist erforderlich, da längere Anstiege in diesem Klettersteig Schwierigkeitsgrad bereits zu den großen Klettersteigunternehmungen zählen. Eine Klettersteigausrüstung wird obligatorisch und ist dringend zu empfehlen. Anfänger und Kinder sind gegebenenfalls an ein Sicherungsseil zu nehmen.
Klettersteige mit Klettersteig Schwierigkeitsgrad D sind sehr schwierig, sehr anstrengend und sehr kräfteraubend. Das Gelände ist oft senkrecht oder bereits überhängend. Das Umhängen an solchen Passagen ist sehr kräftezehrend in teilweise unangenehmen Positionen, eine Bandschlinge mit Rastkarabiner ist empfehlenswert. Eisenklammern und Trittstifte sind entweder gar nicht mehr vorhanden oder nur sehr spärlich verbaut. Wenn es welche gibt, liegen diese meist sehr weit auseinander. Eine Klettersteigausrüstung ist unbedingt erforderlich. Hohe Armkraft und überdurchschnittliche Kondition wird benötigt. Für Anfänger und Kinder sind solche Klettersteige nicht empfohlen.
Klettersteige mit Klettersteig Schwierigkeitsgrad E sind extrem schwierig, äußerst anstrengend und äußerst kräfteraubend. Das Gelände ist meist überhängend, wo ein sehr hohes Maß an Armkraft, Fingerkraft, Moral und spezieller Beintechnik nötig ist. Turnerische Fähigkeiten sind sehr von Vorteil. An diesen Maximalkraft-Stellen gibt es oft nur 1-2 Versuche. Selten gibt es senkrechte leichtere Passagen. Im übrigen gelten für die Sicherungen alle Angaben wie unter „D“ beschrieben, nur sind diese noch stärker ausgeprägt. Dieser Klettersteig Schwierigkeitsgrad ist den Spezialisten vorbehalten und für Anfänger, Fortgeschrittene und Kinder tabu.
Grundsätzlich ist zu einem schrittweisen Vorantasten von leichten zu schwierigen Klettersteigen zu raten, um so ein Gefühl für die verschiedenen Bewertungen zu bekommen. Dabei sind auch ruhig Zwischenstufen, also z.B von B nach B/C oder C nach C/D in Betracht zu ziehen. Der Unterschied ist manchmal größer als man denkt…

Einstiegsprüfung

Damit die eigenen Fähigkeiten noch rechtzeitig ausgelotet werden können, ist am Einstieg oder kurz danach bei vielen Klettersteigen bereits bewusst die schwierigste Schlüsselstelle eingebaut. Oft findet man direkt danach auch einen Notausstieg, den man tunlichst benutzen sollte, sofern man an dieser Stelle schon arge Probleme hatte.

Auch die Länge ist entscheidend (Höhenmeterdifferenz)

Beachte aber bei überwiegend leichten Klettersteigen im alpinen Bereich auch immer die Länge des Klettersteigs. Selbst wenn diese Klettersteige in der Klettersteigbewertung vorwiegend mit Schwierigkeit B oder B/C angegeben sind, kann ein kurzer Aufschwung mit Klettersteig Schwierigkeitsgrad D oder eine stark ausgesetzte Passage sehr schnell zur Falle werden, weil die Kraft nicht mehr reicht.

Damit du etwa abschätzen kannst, ab wann es anstrengend wird, hier eine kleine Empfehlung von mir: Wenn du erstmal 400 HM (Höhenmeter) im Klettersteig Schwierigkeitsgrad B bis B/C geklettert bist, kannst du davon ausgehen, dass die Kraft für eine C/D oder D-Stelle nicht mehr reichen wird. Das ganze ist natürlich stark von deiner körperlichen Verfassung und auch Außentemperatur abhängig und soll nur als Anhaltspunkt dienen. Abweichungen nach unten und oben sind möglich.

Die „Genussklettersteigstufe“ C/D bis D

Klettersteig Schwierigkeitsgrad: Drachenwand Klettersteig

Genussklettersteig Drachenwand am Mondsee

Ab diesem gehobenen Klettersteig Schwierigkeitsgrad beginnt die sogenannte Genussklettersteigstufe. Auf diesen Level solltest du kommen. Das hört sich am Anfang vielleicht krass an, aber diese Schwierigkeitsstufe kannst du mit ein wenig Mut und Willen mit dem Absolvieren von gerade mal fünf Klettersteigen leicht erreichen. Es geht primär nicht darum, Schwierigkeitsgrade bis D meistern zu können, sondern in erster Linie darum, dass du Routine bekommst. Bist du erstmal in der Lage eine C/D oder kurze D-Stelle zu meistern, so wirst du auf den vielen B/C und C-Stellen künftiger Klettersteige keine Probleme bekommen oder gar Angst haben, sodass diese eben zu Genussklettersteigen werden.

Willst du möglichst schnell vom Anfänger auf diesen gehobenen Fortgeschrittenenstatus im Klettersteig Schwierigkeitsgrad C/D bis D kommen, so empfehle ich dir meine 5-Steige Formel, die sich schon bei zwei Kandidaten erfolgreich bewährt hatte. Du wirst dann in der Lage sein, einen Klettersteig mit kurzen Passagen (Schlüsselstellen) der Kategorie D erfolgreich meistern zu können. Längere Passagen der Kategorie D bleiben jedoch tabu und werden vom Autor dieser Seiten auch nicht weiter angestrebt.

Klettersteige mit Klettersteig Schwierigkeitsgrad E bzw. F wirst du auf diesen Seiten nicht finden. Solltest du hierbei mehr Anschauungsmaterial (Fotos und Videos) und Erfahrungsberichte benötigen, so kann die sehr gute Seite von Reinhard Vollmer empfohlen werden: www.felsfun.de.

Mehr oder weniger aktuelle Erfahrungsberichte von Begehungen des gewünschten Klettersteigs findet man auch in den großen Portalen: www.klettersteig.de und www.via-ferrata.de

Klettersteig Topos

Ebenfalls gibt es umfangreiche Topo Sammlungen von Klettersteigen. Auf der Seite von www.bergsteigen.com können Topos von sämtlichen Klettersteigen kostenlos als PDF heruntergeladen werden, was ich auch jedem ausdrücklich empfehle. Hierbei ist immer zu jeder Passage der Klettersteig Schwierigkeitsgrad angegeben. Auf meinen Beschreibungen von verschiedenen Klettersteigen, die ich gegangen bin, ist auch immer die passende Topo verlinkt.

Andere Länder

In Italien und Frankreich werden andere Skalen für den Klettersteig Schwierigkeitsgrad verwendet. Diese sind fünfstufig und reichen von F=leicht (facile bzw. facile) bis ED = extrem schwierig (estrema difficolta bzw. extremement difficile).

Wer mehr zu den nicht vereinheitlichen Schwierigkeitsbewertungen wissen möchte, kann sich hier folgendes PDF ansehen: http://www.alpenverein.com/portal_wAssets/z_alt/portal/Home/Downloads/Bergauf_3_09/Plattner_Skalen.pdf


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