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Klettersteig Technik

Wir erinnern uns, während man sich zwischen zwei Verankerungspunkten bewegt, also klettert, müssen immer beide Karabiner ins Stahlseil eingehängt werden und ist die Stelle noch so leicht.

Karabinerhandling ist eine Sache, die richtige Klettersteig Technik die andere. Deswegen beschäftigen wir uns in diesem Artikel mit der richtigen Bein- und Armtechnik sowie mit kraftsparendem ökonomischen Klettern.

Willkommen zum Beitrag Klettersteig Technik

Abhängig von der Steilheit des Geländes und der Felsbeschaffenheit kannst du folgende Grund Klettersteig Technik anwenden.

  • Übers Seil steigen (steile Reibungspassagen)
  • Quer zum Seil klettern (links oder rechts neben dem Seil)

Wichtig dabei ist, kleine Schritte zu machen. Wenn eine Felsstruktur vorhanden ist, versuche auch ruhig mal die Klettersteig Technik „Stemmen“ anzuwenden. Hierbei stützt du dich mit einer Hand auf einem Felsen ab und drückst dich hoch. Steige auch ruhig auf die Befestigungsanker. Alles ist erlaubt auf Klettersteigen. Hierzu kann ich dir ganz besonders das Buch „Die 4. Dimension: Kletter- und Boulderlehrbuch“* von Gerald Krug empfehlen. Es behandelt alle grundlegenden Techniken des Kletterns in verschiedenen Steilheiten des Geländes. Das Buch ist eigentlich fürs Bouldern gedacht, lässt sich aber zum Teil auch sehr gut aufs Klettersteigen übertragen. Sehr wichtig ist die folgende Regel.

Immer am langen Arm hängen

Diese Klettersteig Technik spart extrem Kraft. In angewinkelter Position braucht man viel mehr Kraft. Auch wenn das auf den ersten Blick etwas Mut erfordert, sich vom Felsen weg nach unten hängen zu lassen, sollte man sich hier trauen. Dabei kann auch ruhig der Griff mit einer Hand am Bohrhaken erfolgen, wenn einem das Seil zu „labberig“ erscheint. Besonders an steilen Passagen ist der sehr gut zu greifende Bohrhaken vorzuziehen, da er sich nicht bewegt und man ihn gut umgreifen kann.

Das Drahtseil dagegen schwingt mit, und man neigt dazu abzurutschen. Dabei sollte man bei dieser Klettersteig Technik stets einen „weichen Griff“ verwenden, d.h. man sollte einen Felsgriff, einen Eisenbügel oder das Drahtseil selbst immer nur so stark festhalten wie nötig. Als Anfänger neigt man oft dazu, sich derartig stark festzuklammern, als wolle man einen Eisenbügel verbiegen oder ein Stück Fels rausbrechen.

Tipp bei Quergängen: Das Seilstück unmittelbar hinter oder vor dem Bohrhaken, wo das Seil geklemmt ist, ist auch meist ziemlich starr und gut zum festhalten.

Klettersteig Technik – Beinarbeit

Besondere Bedeutung bei der Klettersteig Technik kommt der Tritttechnik zu. Eine saubere Tritttechnik verhindert, dass dir auf schwierigen und langen Klettersteigen wie z.B. dem Drachenwand Klettersteig am Mondsee die Kraft ausgeht. Jeder Beinmuskel ist stärker als der trainierteste Bizeps, darum sollte die Hubbewegung am Klettersteig möglichst viel aus den Beinen heraus erfolgen. Dazu ist es aber erforderlich, kleine Tritte und Leisten im Felsen sauber anzusteigen, ohne dabei wegzurutschen. Man muss seine Schuhspitzen präzise platzieren.

Diese Klettersteig Technik erfordert einerseits gutes Schuhwerk aber auch einiges an Übung. Auch das Steigen auf Reibung wird zunächst schwer fallen, weil der Anfänger meist dem Material zu wenig vertraut. Außerdem ist es ein ungewohnter Eindruck, auf einer scheinbar glatten Felsoberfläche laufen zu können, ohne dass man abrutscht. Das Steigen auf Eisenbügel, Eisenstifte und Leitern sollte ebenfalls geübt werden. Das Metall von solchen Tritthilfen ist oft glatt und die Auftrittsflächen klein, was einen besonderen Gleichgewichtssinn erfordert.

Klettersteig Technik – Armkraft

Wie oben schon angesprochen, sollte man stets mit gestreckten Armen klettern, da dies wesentlich an Kraft einspart. Viele Passagen von schwierigen Klettersteigen bewegen sich im senkrechten und teilweise überhängenden Bereich. Solche Stellen lassen sich leider nicht nur durch sehr gute Klettersteig Technik meistern, hierbei ist auch eine hohe Arm- und Fingerkraft nötig. Vor allem beim Umhängen wird diese gefordert, da man dann meist vom Felsen abgedrängt wird und nach hinten hängt. Deine Armkraft ist aber begrenzt, so dass man in einfacheren Passagen die Arme nur zum Gleichgewichthalten benutzen sollte. Die Aufwärtsbewegung muss aus den Beinen heraus erfolgen.

Klettersteig Technik – Schlüsselstellen

Klettersteige sind fast immer mit sogenannten Schlüsselstellen ausgestattet. Das sind kurze Abschnitte, die besonders schwierig sind, schwieriger als der Durchschnittschwierigkeitsgrad des gesamten Klettersteigs. Vor solchen Stellen sollte man Rastmöglichkeiten nutzen, um sich mental und auch körperlich auf diese anspruchsvollen Abschnitte vorzubereiten. Die Schlüsselstelle selbst sollte dann zügig und ohne Zögern konzentriert durchstiegen werden. So wird Kraft eingespart und das Sturzrisiko minimiert.

Klettersteig Technik – Quergänge

Am Anfang kostet es sicherlich etwas Überwindung. Doch bei Quergängen ist es angeraten, das Seil mit gestreckten Armen zu greifen, sich also ein wenig nach hinten lehnen. Bleiben die Arme angewinkelt, weil man möglichst nahe am Fels und Drahtseil bleiben möchte, ermüden diese sehr schnell. Vor allem die Unterarme werden „dick“ und es verlässt einen schnell die Kraft.

Das Nach-Außen-Lehnen dieser Klettersteig Technik hat noch einen zweiten positiven Effekt. Es wird durch den weiter außen liegenden Körperschwerpunkt mehr Druck auf die Füße gebracht, die ja die Hauptlast übernehmen sollen. Für den Anfang und bei sehr ausgesetzten Quergängen, kann man auch gerne seine Bandschlinge mit Rastkarabiner einsetzen wenn einem das Rauslehnen nicht ganz geheuer ist.

Flüssiger, kraftsparender Bewegungsablauf

Ein ökonomischer Bewegungsablauf ist dann gegeben, wenn die Armtechnik und Beintechnik gut aufeinander abgestimmt sind. Als Anfänger solltest du dich immer daran erinnern, warum es „Klettersteig“ heißt und nicht etwa „Kletterzug“. Versuche dich nicht hektisch am Seil nach oben zu hangeln, wenn es spannend und steil wird. Arbeite bei dieser Klettersteig Technik mit den Beinen, denn deine Beinmuskeln sind um ein Vielfaches stärker als deine Oberarmmuskeln.

Benutze die Arme hauptsächlich dazu um deinen Körper an der Wand zu halten. Du solltest vor allem versuchen, vorausschauend zu klettern. Oft ist es besser mehrere kleine Schritte zu machen als einen Großen. Dabei immer nach geeigneten Tritten im Felsen Ausschau halten. Drei kleine und dafür sorgfältig ausgewählte Tritte sind viel ökonomischer und sparen einiges an Kraft, die man für Schlüsselstellen dann gut gebrauchen kann.

Ein Paradebeispiel eines Klettersteigs für Fortgeschrittene, der völlig ohne Tritthilfen auskommt, ist der Leite Klettersteig bei Nassereith. Hierbei kann man die Klettersteig Technik sehr schön üben. Der Klettersteig ist auch nicht überlaufen, ein ideales Trainingsgebiet also. Dieser Klettersteig ist auch Teil meiner 5-Steige-Formel.

Klettersteig Technik – Routine bekommen

Man kann seine Bewegungsökonomie und den Bewegungsfluss stetig verbessern, indem man leichte Klettersteige häufig begeht und jedes Mal versucht, noch kraftsparender zum Ziel zu kommen. Hierbei wird auch der gewisse „Blick“ entwickelt, wie eine Stelle mit der optimalen Klettersteig Technik möglichst einfach geklettert werden kann. Außerdem bekommt man ein zunehmendes besseres Bewegungsgefühl und damit eine Art Routine. Das hilft später ungemein auf schwierigen Klettersteigen.

Klettersteig Technik – Zusammenfassung

Fassen wir noch einmal die wichtigsten Punkte der Klettersteig Technik zusammen.

  • Hauptsächlich mit den Beinen arbeiten
  • kleine, sorgfältig ausgewählte Schritte machen
  • mit gestreckten Armen umhängen
  • zügig Schlüsselstellen durchsteigen
  • Das Seil zwischen die Beine nehmen, wenn es steil wird (Reibungsklettern)

In diesem Beitrag hast du die grundlegende Klettersteig Technik gelernt. Du hast gelernt, auf was es beim kraftsparenden ökonomischen Klettern ankommt und kannst nun die Techniken auch in der Praxis einsetzen. Im nächsten Beitrag wird es um die Sicherungs- und Gehtechnik an „Zusatzelementen“ am Klettersteig, wie Seilbrücken, Leitern gehen.

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