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Klettersteigset Rückruf

Bestimmt hast du schon von den zahlreichen Klettersteigset Rückruf Aktionen in den letzten Jahren gehört. Vielleicht bist du deshalb etwas verunsichert, welches Set man sich letzendlich kaufen sollte. Dieser Artikel soll darüber aufklären, was damals der Auslöser dieser Klettersteigset Rückruf Welle war und über die entsprechenden Reaktionen der Bergsportindustrie und Gegenmaßnahmen informieren. Außerdem wird ein Ausblick in die Zukunft gegeben.

Hintergrund der Klettersteigset Rückruf Aktionen

Seit dem 5. August 2012 gab es bei den Klettersteigsets eine traurige Revolution. Damals stürzte ein 17-jähriger Österreicher auf einem Klettersteig nahe der Ottenalm in sein Klettersteig-Set. Es reißt, der junge Mann stürzt ab und kommt ums Leben. Sein Begleiter erfährt eine Anklage, weil er den fitten, aber unerfahrenen Jungen zur Tour überredete. Später wurde er freigesprochen. Das war der Beginn einer Rückrufwelle nie dagewesenen Ausmaßes bei der Outdoor Industrie.

Beide Stretch Lastarme seines Sets waren gerissen. Die folgenden Untersuchungen ergaben, dass die Verbindung von starren und elastischen Fasern an den beiden Lastarmen zum Materialversagen geführt hatten. Dieses Phänomen war bis dato völlig unbekannt und konnte daher dem Hersteller des Sets nicht angelastet werden. Sets mit nicht elastischen Lastarmen waren davon nicht betroffen. Auch nicht betroffen waren Stretch Arme, bei denen das elastische Element innerhalb des tragenden umhüllenden Schlauchbandes geführt wird. Immer mehr Hersteller sind dann zu dieser Konstruktionsweise umgeschwenkt und alle Klettersteigsets mit kombinierten tragenden und elastischen Elementen in den Y-Ästen wurden in der darauf folgenden Klettersteigset Rückruf Welle aus dem Verkehr gezogen.

Größter Klettersteigset Rückruf bisher

Die meisten Hersteller (darunter Edelrid und AustriAlpin) zeigten eine umgehende Reaktion und starteten Klettersteigset Rückruf Aktionen ihrer betroffenen Sets. Manche Hersteller warteten erst einmal ab, bevor der Druck der Alpenvereine zu groß wurde. Die Vereine hatten im August 2012 eine Liste aufgestellt, auf der potenziell gefährdete Sets verzeichnet waren. Erst nach Veröffentlichung dieser Liste haben alle Hersteller auf den tragischen Unfall reagiert und ihre Sets in umfangreichen Klettersteigset Rückruf Aktionen zurückgerufen.Über 100.000 Sets waren vom Klettersteigset Rückruf betroffen.

Es glich einer Razzia der Bergsportindustrie, die von Sicherheitsexperten des DAV komplett durchleuchtet wurde. Neue Sets waren alle unauffällig bei den Tests, aber bei gebrauchten Sets näherten sich der maximaler Fangstoß an die max. erlaubten 6 kN und die Endfestigkeit an die 9 kN gefährlich nahe an. Vor allem die Endfestigkeit entscheidet über Absturz oder nicht.

2013 folgte die zweite Klettersteigset Rückruf Aktion. Der Hersteller Mammut fand heraus, dass Reibungsbremsen einer Alterung unterliegen und sich der Fangstoß mit zunehmender Nutzung gefährlich erhöhen kann. Dies kann so weit gehen, dass die durch UV-Strahlung und Abnutzung restlichen Teile des Klettersteigsets diesem erhöhten Fangstoß nicht mehr standhalten. Seitdem ist die Industrie auf moderne Bandfalldämpfer umgeschwenkt und die Klettersteigsets mit Reibungsbremse sind vollständig aus den Regalen verschwunden. Beim Bandfalldämpfer gibt es keine Grundreibung, und er ist schmutzresistenter. Außerdem spricht er schon bei einem geringeren Fangstoß an.

Klettersteigset prüfen

Besitzt du noch ein älteres Set, solltest du prüfen, ob es von einem Klettersteigset Rückruf betroffen ist. Wenn ja, darf es unter keinen Umständen mehr verwendet werden. Wahrscheinlich ist die Frist für kostenlose Austauschaktionen beim Hersteller schon abgelaufen, eine Anfrage beim Hersteller lohnt sich aber auf jeden Fall und kostet nix. Die komplette Liste der betroffenen Sets ist unter

http://www.alpenverein.de/Bergsport/Sicherheit/Rueckruf-Klettersteigsets/

zu finden.

Kein Rückruf bei alten Klettersteigsets

Alte Klettersteigsets, die noch keinen Bandfalldämpfer haben, solltest du sowieso nicht mehr verwenden. Es kann aber sein, dass du eines der ersten Sets mit Bandfalldämpfer erworben hast, die etwa ab 2008 auf dem Markt erschienen sind. Hier solltest du prüfen ob das Set noch innerhalb der vom Hersteller angegebenen maximalen Lebensdauer liegt. Informationen findest du ebenfalls auf der DAV Homepage in der Tabelle. Es erfolgt kein Rückruf vom Hersteller, auch nicht dann wenn die maximale Lebensdauer überschritten ist.

Der Hersteller ist hier nicht in der Pflicht, der Anwender muss hier selber wissen was er tut. Auf jeden Fall ist die Benutzung von solch alten Sets durch die Alterungsproblematiken eine heikle Sache und sollte daher zur eigenen Sicherheit nochmal überdacht werden, sprich lieber das alte Set durch ein neues Set auszutauschen.

Ist das Set in einem fragwürdigen Zustand, besitzt es also zum Beispiel stark ausgefranste Lastarme oder schließen die Karabiner nicht mehr richtig? Dann solltest du das Set auf jeden Fall austauschen, denn schlecht schließende Karabiner sind häufig auch ein Indiz dafür, dass es um das restliche Set auch nicht mehr gut bestellt ist. Nach einem Sturz ist das Set unbedingt auszutauschen.

Klettersteigset Rückruf – Ausblick

Einige Innovationen wie z.B. der Zwei Phasen-Dämpfer mit einstellbaren Gewichtsbereich oder flache Karabiner, die bei Extrembelastung sich verbiegen stattdessen zu brechen, sind bereits angestoßen. Sie werden in naher Zukunft den Markt verändern. Kurze Produktzyklen werden die Folge sein. Es bleibt der Wunsch, dass die Sicherheitsindustrie und deren Forscher die Sportindustrie genau beobachten und dementsprechend eingreifen.

Wichtige Angaben, wie die Lebensdauer des Produkts sollte meiner Meinung nach vereinheitlicht werden und nicht von jeden Hersteller individuell festgelegt werden. Eines ist jedoch jetzt schon sicher und erfreulich. Die Klettersteigset Rückruf Aktionen haben diese faszinierende Sportart wieder ein Stückchen sicherer gemacht.


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