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Salewa Klettersteig

Ort: Oberjoch im Allgäu | Klassifikation: Alpinklettersteig | Zielgruppe: Fortgeschrittene | Ausgangspunkt: Talstation Iselerbahn, Oberjoch (1160 m) | Höhenunterschied: Zustieg 150 HM (mit Bergbahn), Klettersteig 160 HM | Schwierigkeit: C

Hier findest du die Topo zum Download von bergsteigen.com: Topo Salewa Klettersteig

Charakter

Der Salewa Klettersteig ist ein Alpinklettersteig im schönen Allgäu und die Via-Ferrata Alternative zur Besteigung des 1876 m hohen Gipfel des Iseler. Die Firma Salewa war am Bau dieses Klettersteigs maßgeblich beteiligt, daher der Name. Achtung, nicht von den Beschreibungen täuschen lassen, die hier vielleicht einfach klingen. Die Ausgesetztheit des Salewa Klettersteig fordert der Kletterin oder dem Kletterer einiges an mentaler Stärke ab.

Für die stark ausgesetzte Schlüsselpassage an der Bergführerplatte ist Schwindelfreiheit von sehr großem Vorteil. Der Salewa Klettersteig gehört in dieser Region zu den beliebtesten Steigen. Leider ist der Salewa Klettersteig in den Sommermonaten deshalb entsprechend frequentiert und es kann schon mal zu längeren Wartezeiten im Klettersteig kommen.

Zur ausführlichen Beschreibung

 

Salewa Klettersteig Beschreibung

Bemerkung

Es gibt inzwischen drei Teile vom Salewa Klettersteig. Diese Beschreibung bezieht sich nur auf Teil A. Der Steig selber hat vier Etappenziele, Biwakhöhle, Rampe, Bergführerplatte und Gipfelwand. Da der Salewa Klettersteig ein Alpinklettersteig ist, wird er über die Wintermonate und im Frühjahr von 10. November bis Mai gesperrt. Je nach Schneelage können diese Datumsangaben auch abweichen. Es gibt keinen Notausstieg.

Zustieg Salewa Klettersteig

Man kann entweder mit oder ohne Bergbahnunterstützung zum Einstieg des Salewa Klettersteig  gelangen. Mit Bergbahnunterstützung nimmt man einfach die Iseler Bergbahn und fährt bequem im 6er-Sessellift von der Talstation zur Bergstation auf 1559 m. So kann man sich die rund 400 HM an Zustieg sparen.

Zu Fuß steigt man auf einem bequemen Wanderweg bis zur Gundalpe auf. Danach geht es über den Schmugglersteig über einen Hügel vorbei an der Bergstation der Iselerbahn zur felsigen Nordflanke des Iseler. Nach gut 20 Minuten ab der Bergstation (1,5h ab Talstation) ist die Abzweigung zum Salewa Klettersteig erreicht. Ein Schild weist dort nach links. Diesem schmalen Pfad folgt man etwa für fünf Minuten, dann steht man am Einstieg des Salewa Klettersteig (1710 m).

Einstieg über die Rampe bis zur Biwakhöhle

Gleich am Einstieg wartet der Salewa Klettersteig mit einer Überraschung auf. Es geht erst mal steil eine Rampe nach unten (!) (A/B). Achtung, die Rampe ist etwas rutschig, da viel loses kleines Gestein darauf rumliegt. Ziemlich bald erreicht man die erste Station am Salewa Klettersteig, die Biwakhöhle. Die Biwakhöhle ist eine leichte Querung im Schwierigkeitsgrad A.

Steiler Aufschwung und Querung nach links bis zur nächsten Rampe

Der nächste Aufschwung ist so etwas wie eine kleine eingebaute Einstiegsprüfung. Wer den B/C Aufschwung nicht schafft, kehrt lieber wieder um, da er sonst spätestens an der Bergführerplatte weiter oben in große Schwierigkeiten geraten würde.

Über die nächste Rampe und im Zickzack gestuft nach oben bis zur Querung

Für Fortgeschrittene wird es langsam anspruchsvoller am Salewa Klettersteig. Zuerst folgt die schwierigste Stelle, eine Rampe B/C. Diese Stelle ist aber nur ganz kurz. Gute Klettersteigschuhe sind hier sehr vorteilhaft da man auf Reibung gehen muss. Keinerlei Tritthilfen sind hier vorhanden. Dann knickt das Seil nach links ab. Danach gibt es Tritthilfen in Form von Eisenbügeln, es wird aber auch steiler.

So geht das noch ein paar Meter weiter bis zur nächsten Querung, die etwas anders ausfällt als gewohnt. Hier wirds richtig wild und bizarr. Es sind einige Felsen zu umklettern und der Felsen speckig durch die häufigen Begehungen. Mit ordentlichen Klettersteigschuhen mit rutschfester Sohle z.B. für weibliche Berghasen die Salewa Ws Mtn Trainer Mid GTXzum Test und für Männer die Salewa Ms Mtn Trainer Mid GTXzum Test aber kein Problem.

Schlüsselpassage in der Steilen Wand bis zum nächsten Etappenziel

Hier zeigt der Salewa Klettersteig mehr und mehr seine wahre „Härte“. Dieser Steigabschnitt hat es in sich, geht es doch hier auf winzigen Tritthilfen etwa 10 m eine steile Felswand rauf (B/C), bei der man möglichst nicht abrutschen sollte. Tipp: Vorausschauend steigen und die Schrittfolge „planen“ und einprägen damit man nicht „auf dem falschen Fuß“ auf einer winzigen Trittplatte steht und ein gefährlicher Fußwechsel nötig wird, um sinnvoll weiterzusteigen. Früh sichern an den Umhängepunkten.

Konzentriert Meter um Meter nach oben steigen und möglichst nicht viel nach unten schauen, dann ist bald das zweite Etappenziel erreicht. Das zweite Etappenziel am Salewa Klettersteig hört wieder auf den schlichten Namen „Rampe“.

Über leichte geröllige Bänder bis zur Bergführerplatte

Die Bänder, die zum großen Härteprüfung an der Bergführerplatte führen, sind zwar leicht (A-A/B), doch mit Vorsicht zu genießen, da das Geröll sehr gefährlich ist. Man kann hier leicht ausrutschen. Zudem gilt es, einige Felsen zu umklettern.

Die Härteprüfung am Salewa Klettersteig: Bergführerplatte (C)

Die eigentliche Schlüsselstelle des Salewa Klettersteigs lässt fast bis zum Schluss auf sich warten. Das ist nicht unbedingt gut, denn umkehren ist hier schwierig, da man den ganzen Weg wieder zurück muss. Die Schlüsselstelle ist mit C bewertet und eigentlich nicht sonderlich schwierig, doch die Höhe und Ausgesetztheit kann hier einem schwer zu schaffen machen. Einen kurzen Augenblick hängt man da halt an einem Arm beim Umklinken ein paar Hundert Meter über dem Abgrund nur auf einem winzigen Trittstift stehend… Das ist wahrhaftig nicht jedermanns Sache.

Doch nun zur Schlüsselstelle selber. Eigentlich ist es mehr eine Schlüsselpassage, die ich nun beschreiben möchte. Es fängt mit einem extrem ausgesetzten ansteigenden Quergang an. Die Tritthilfen stellen hier handtellergroße Trittplatten dar, auf denen man sich Schritt für Schritt hinüber tastet. Tipp: Genau hinschauen, die silbernen Trittplatten heben sich nur schwer farblich vom grauen Fels ab.

Teilweise muss man auch etwas hinabsteigen. Ist aber kein Problem, das Klettersteigset sollte lang genug sein. Hat man diese etwa 15 m Quergang geschafft, kommen zwei Eisenbügel ins Blickfeld. Wem hier schon schwindlig ist sollte sich erstmal mit der Bandschlinge hier sichern und durchatmen. Denn die nun folgende Stelle wird spannend und zerrt einiges an den Nerven.

Jetzt sollte man nicht nach unten schauen, nicht zögern und möglichst zügig durch. Tipp: Spreizschritt nach rechts und mit dem rechten Fuß auf die Trittplatte steigen, während man sich mit den Armen und hoffentlich guten Handschuhen am Seil nach oben hangelt. Dann ohne zu zögern den linken Fuß nachsetzen und auf die zweite Trittplatte setzen, am besten dabei in die Knie gehen und dicht am Felsen bleiben. An den beiden Eisenbügeln über sich kann man sich wieder mit der Hand festhalten oder wie ich, Rastkarabiner einhängen, und Foto schießen 🙂 Geschafft! Der Rest ist easy. Kurz noch etwas hochsteigen, das wars.

Über eine weitere Rampe gestuft zur Gipfelwand

Nach diesem adrenalin-ausschüttendem Kick wird es wieder etwas leichter und der Weg führt über eine weitere Rampe, zuerst A/B, dann B und schließlich wieder A gestuft zur Gipfelwand. Die Gipfelwand stellt die letzte Station am Salewa Klettersteig dar. Vorsicht, der gestufte B-Abschnitt kann durch häufige Begehungen bereits etwas glatt und speckig sein. Hier sind dann gute ordentliche Klettersteigschuhe, die auch auf Reibung gut funktionieren, von Vorteil.

Der letzte Abschnitt an der Gipfelwand

Die Gipfelwand am Salewa Klettersteig ist nicht sonderlich schwer und auch relativ kurz. Am Ausstieg kann es etwas eng am Klettersteig werden, da der Seilverlauf durch einen kleinen grasbewachsenen Kamin führt.

Abstieg vom Salewa Klettersteig

Durch den Klettersteig wird der Abstieg nicht empfohlen, sagt ein Schild. Ich würde jedoch sagen, dass man den Abstieg generell verbieten sollte, da man aufsteigende Kletterer ständig behindert. Der bessere und bequemere Abstieg vom Salewa Klettersteig erfolgt gefahrlos auf dem grünen Bergrücken des Iseler. Man folgt dem breiten Gratweg hinüber zur Kühgundspitze von wo der Weg in Serpentinen gemütlich über Latschenfelder nach unten bis zur Bergstation der Iselerbahn führt.

Hier kann man entweder knieschonend ein Talfahrt Ticket lösen und mit der Bahn abfahren, oder aber man kehrt auf dem Aufstiegsweg (Beschreibung oben) zur Talstation zurück.


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Kommentare


Ralf Klettersteig 19. Februar 2017 um 19:13

Ein schöner Klettersteig für Anfänger. Leider in etwas bröseligem Gelände

Antworten

Tom 19. Februar 2017 um 20:33

Hallo Ralf,

ich würde diesen Klettersteig trotzdem keinem absoluten Anfänger empfehlen, denn die Ausgesetztheit an der Bergführerplatte hat es schon in sich. Meine Frau hat hier ihren ersten Klettersteig während eines Kurses absolviert und musste an der Schlüsselstelle mit dem Seil vom Bergführer hochgezogen werden. Für Anfänger würde ich raten, zuerst meine 5-Steige Formel zu absolvieren, bevor man sich an den Salewa wagt.

Viele Grüße, Tom

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