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Was ist ein Klettersteig?

Im Prinzip ist ein Klettersteig eine Felskletterroute, auf der meist künstliche Tritte in Form von Eisenstiften oder Eisenbügel eingebaut wurden, um diese Route leichter begehbar zu machen. Die Schwierigkeit solcher Kletterwege am natürlichen Fels ist stark variabel und orientiert sich nach Anzahl der Steighilfen, der Länge vom Klettersteig sowie dem Gelände. Charakteristisch für einen Klettersteig ist auch immer ein mehr oder weniger durchlaufendes Stahlseil, das die Aufstiegsroute am Fels genau vorgibt. Dieses kann man auch als Steighilfe benutzen obwohl primär das Stahlseil aber nur zum Sichern gedacht ist.

Oft wird auch der Begriff Via Ferrata verwendet. Dieser Begriff kommt aus dem Italienischen und heißt einfach „Eisenweg“, was einen Klettersteig nicht besser beschreiben könnte. Wie kann man einen Klettersteig nun klassifizieren und was zeichnet die jeweilige Art besonders aus?

Alpine Klettersteige

GratEin Alpinklettersteig ist meist ein leichter bis mittelschwerer Klettersteig in (hoch-)alpinem Terrain, der sich durch seine deutlich größere Länge von den Sportklettersteigen abhebt. Oft sind Unterschiede von über 300 Höhenmetern zu überwinden, was natürlich entsprechende Kondition voraussetzt. Alpine Klettersteige haben meist einen langen Zustiegsweg.

Hier bewegt man sich dann auf ungesicherten Wanderpfaden in heiklem Schrofengelände, die an manchen Stellen Schwindelfreiheit und ein gewisses Maß an Trittsicherheit erfordern. Wer das Wandern in alpiner Umgebung jedoch gewohnt ist, wird hier keine Schwierigkeiten haben. Es gibt jedoch auch viele alpine Klettersteige mit „Seilbahnunterstützung“, bei denen man mit der Seilbahn oder einem Sessellift vom Tal starten kann und dann ab der Bergstation nur noch eine kleine Wegstrecke bis zum Einstieg am Klettersteig zurücklegen muss.

Sportklettersteige

Steilwnad am Huterlaner KlettersteigSportklettersteige sind Klettersteige mit sportlichem Charakter und oft spektakulärer Routenführung, die einen besonderen Anspruch an die Klettertechnik stellen, wie es auch bei alpinen Sportkletterrouten der Fall ist. Hierbei steht nicht das alpine Gesamt- oder gar Gipfelerlebnis, sondern die sportliche Herausforderung im Vordergrund.

Oft sind auch mehr oder weniger artistische Gimmicks wie Zwei- oder Dreiseilbrücken oder Tyroliennes in den Klettersteig eingebaut. Obwohl die Ansprüche auf den ersten Blick hoch liegen, sind leichte Sportklettersteige auch für Anfänger geeignet. Das erfreuliche ist, dass diese meist talnah sind und der Einstieg dieser speziellen Klettersteige schon nach wenigen Metern zu Fuß erreicht werden kann. Als Beispiel für einen typischen Sportklettersteig für gehobene Anfänger bis Fortgeschrittene sei hier der Huterlaner Klettersteig im Zillertal in Mayrhofen genannt.

Alpine Sportklettersteige

Eine Mischform aus beiden Arten stellen Alpine Sportklettersteige dar. Hierbei liegen die Schwierigkeiten in überhängenden und stark ausgesetzten Passagen durch hohe Steilwände, die entsprechende Erfahrung und meist auch Technik des Sportkletterns voraussetzen. Hier sind praktisch die hohen körperlichen Anforderungen von Sportklettersteigen und die Aspekte von langen Alpinklettersteigen vereint.

Der Klettersteig Tajakante in der Mieminger Kette kann hier als gutes Beispiel dienen. Von diesem Klettersteig rate ich persönlich jedoch Anfängern ab, da der Klettersteig über 600 Höhenmeter Höhendifferenz aufweist und es zudem keinen Notausstieg gibt. Nach meinem dritten Klettersteig bin ich hier selber gescheitert, weil ich Panik bekommen habe.

Zum Glück geschah das im unteren Teil und ich konnte noch umdrehen. Die Ausgesetztheit hat mir hier zu schaffen gemacht, obwohl ich in großem Maße schwindelfrei bin. Bevor man sich an einen alpinen Sport Klettersteig heranwagt, sollte man bereits einige Sportklettersteige höheren Schwierigkeitsgrades gemeistert haben.

Zusatzelemente am Klettersteig

Leitern

Mittenwalder Klettersteig LeiterBesonders steile Passagen und Steilstufen werden mit Hilfe von Leitern überwunden. Dabei läuft entweder das Stahlseil parallel neben der Leiter her oder der Mitlaufsteg für die Klettersteigkarabiner ist in der Leiter integriert. Besonders Klettersteige älterer Bauart wie z.B der Mittenwalder Klettersteig besitzen solche Leitern. Diese können ebenfalls eine recht stattliche Höhe erreichen. Im Falle des oben genannten Beispiels sind diese 20 bis 30 m lang. Ist nichts dergleichen vorhanden (sehr selten), so kann man sich immer auch an den Sprossen sichern. Zum Ausruhen kann man sich dann in eine Sprosse mit dem Rastkarabiner einklinken.

Seilbrücken – nette Abwechslung am Klettersteig

Mehr oder weniger wacklige Seilbrücken werden meist als besonderes Gimmick von Klettersteig Erbauern in eine Via Ferrata integriert. Es gibt davon zwei Arten:

  • Zweiseilbrücken
  • Dreiseilbrücken

Leite Klettersteig: Dreiseilbrücke

Tyroliennes bzw. Flying Foxes – der besondere Kick an einem Klettersteig

Tyrolienne (Flying Fox) am Adolari KlettersteigTyroliennes steigern den Erlebnisfaktor bei einem Klettersteig. Es gibt sie leider sehr selten, ein Paradebeispiel ist z.B. der Adolari Klettersteig im Rahmen meiner 5-Steige-Formel. Hier haben die Erbauer am Ende vom Klettersteig eine Tyrolienne eingebaut, die auch sicher in Eigenbedienung genutzt werden kann. Man sollte aber trotzdem auf einige Dinge achten. Aufprallunfälle mit anderen Kletterern bei der „Landung“ am anderen Ende sind in der Vergangenheit schon öfters vorgekommen. Meist war dafür eine zu hohe Geschwindigkeit verantwortlich.


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